ANSTALTEN WITZWIL

Projektwettbewerb | Rang 1

Die Gestaltung der Aussenräume basiert auf dem Grundgedanken, die „innere Welt“ der Anstalt und die umgebende Landschaft zu differenzieren. Ausgangspunkt ist die geografisch Lage des Ortes mit seinen visuellen Bezügen zur Umgebung.

Die Anstalt Witzwil liegt im Grossen Moos, eines der wichtigsten Gemüse-Anbaugebiete der Schweiz. Es ist auch eine der grössten Ebenen der Schweiz.Vom Grossen Moos geniesst man eine freien Blick auf die Jurahöhen oberhalb des Neuenburger- und des Bielersees. Die sanft gewellten Jurahöhen mit den kargen trockenen Böden über dem wasserdurchlässigen Kalkgestein bilden einen starken Kontrast zur topfebenen Agrarlandschaft des Grossen Mooses mit den fruchtbaren Böden und den geometrischen Strukturen der Felder, Wege und Kanäle. Dieser landschaftliche Kontrast wird innerhalb der Anstalt Witzwil aufgenommen. Die Innenhöfe der Anstalt erhalten den Charakter der trockenen, warmen und hellen Juralandschaft. In den Höfen werden typische Elemente der Karstebenen der Jurahöhen wiedergegeben: Die Vertiefungen und Formen der Karren, die Flicken- und Polstervegetation in den Aushöhlungen des Kalkgesteins, verstreute Baumgruppen und Magerrasenflächen.

In Anlehnung an die Gesteinsformen der Karren erhalten die Höfe organisch geformte Grünflächen. Diese sind als leicht abgesenkte Mulden ausgebildet. Wie in der Karstlandschaft nehmen sie das Oberflächenwasser der umgebenden Flächen auf und lassen es in den Untergrund versickern. Die organischen Grundformen der Flächen eröffnen mit ihrer Unregelmäßigkeit eine Abfolge unterschiedlicher Aufenthaltsplätze innerhalb eines Hofes. Sie reagieren jedoch auch durch Aufweitungen und Verengungen auf die Zugänge zu den Gebäuden. In den Rundungen dieser begehbaren Formen finden sich kleinräumige Aufenthaltsorte und grössere Freiflächen, welche Platz für verschiedene Aktivitäten bieten.

Die Pflanzflächen werden von einem Belag aus gestampften kalkfarbenen Natursand (Tennenbelag) umschlossen. Der Sandbelag und die Grünflächen bilden Intarsien in den beregneten Bereichen der Höfe. Diese werden von einem gebürsteten Betonbelag aus Weisszement und Juragestein gerahmt, welcher sich über das gesamte überdachte Wegsystem erstreckt. Die Bepflanzung mit Kiefern, Birken, Polsterpflanzen und Gräsern vermittelt das Bild der hellen, warmen und kargen Juralandschaft. 

Visualisierung: Rigert Bisang Architekten, Luzern

Auftraggeber

Kanton Bern

Zusammenarbeit

Rigert Bisang Architekten, Luzern

Ort

Ins BE

Zeitraum

2016

Kontext

Wettbewerbe

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