SCHULANLAGE FRIEDBÜHL OBERHOFEN

Studienauftrag | Rang 2

Die Schulanlage Friedbühl liegt umgeben von einem stark durchgrünten und dörflichgeprägten Siedlungsraum oberhalb der Kirche von Hilterfingen. Das Rückgrat der Anlage bildet das Schulgebäude. Analog der Bestandesbauten bildet es zur Teilseite einen offenen Winkel, der sich auf die freie Rundsicht über See und Berge orientiert. Der Hauptaussenraum der Schulanlage entwickelt sich talwärts nach Südwesten.

Die Umgebungsgestaltung orientiert sich am Zeitgeist aus der Entstehungszeit der Anlage und greift den Charakter und die Formensprache der Gartengestaltung der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts auf. Neue Anlageteile, Wege, Plätze, Mauern und Treppenläufe werden präzise in die Topografie eingefügt. Durch die Verteilung der Nutzflächen auf unterschiedliche Geländeterrassen werden möglichst geringe Erdbewegungen angestrebt. Prägende Elemente des Bestandes, wie die Treppen und die Mauern aus Granit, bleiben erhalten und werden in den neu gestalteten Anlageteilen wieder aufgegriffen. Die in Asphalt materialisierten Fusswege erinnern in der Formgebung an die typischen Beläge aus Polygonalplatten Mitte des 20. Jahrhunderts. 

Die prächtige Buche bleibt als wichtige Identifikationsträgerin der Schulanlage Friedbühl erhalten. Baumarten des in unmittelbarer Nähe vorkommenden Linden-Ahorn- Laubmischwaldes ergänzen den Gehölzbestand. Die zusätzlichen Baumpflanzungen erhöhen die Aussenraumqualität, schaffen zusätzliche Schattenbereiche und ein abwechslungsreiches landschaftlich geprägtes Erscheinungsbild. Eingebettet in diese naturnahe Grünstruktur kommen die spezifischen Aussenraumnutzungen der Schule zu liegen. 

Das geforderte Aussenraumprogramm wird vollumfänglich realisiert. Die topografischen Gegebenheiten werden genutzt, um die unterschiedlichen Spiel-, Sport- und Pausenplatzbereiche räumlich zu staffeln. Die Nutzflächen sind auf verschiedenen nur leicht voneinander abgesetzten Ebenen verteilt. Jede dieser Ebenen ist über eine stufenlose Erschliessung erreichbar. Ein internes Fusswegnetz verknüpft alle Freiraumnutzungen direkt untereinander. Die Wege weiten sich partiell zu kleinen Rückzugs- und Ruheplätzen auf, welche in Form von informellen Treffpunkte des Schulalltags das vielfältige Angebot an Aussenraumnutzungen ergänzen. 

Die neue Schule Friedbühl vermittelt den Gesamteindruck eines Schulparks, der die Schulanlage ins gesellschaftliche Leben der Gemeinde integriert. Die Staffelung der Nutzungen, der fliessende Terrainverlauf und das Respektieren des Bestandes, ermöglichen eine selbstverständliche Aneignung der Aussenräume und schaffen eine herausragende Freiraumqualität in Form einer weiträumigen einzigartigen Schulanlage. 

 

Auftraggeber

Schulverband Hilterfingen

Zusammenarbeit

Hummburkart Architekten
Anliker AG

Ort

Oberhofen BE

Kontext

Wettbewerbe Spiel Bildung Öffentliches Leben

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