Hochwasserschutz mit Nebenwirkungen

Der Bognauerbach in Oberkirch (LU) wurde aus Gründen des Hochwasserschutzes teilweise offengelegt und revitalisiert. freiraumarchitektur schaffte Lebensräume und vernetzte sie konsequent miteinander. So verbesserte sich die ökologische Qualität des Bachs und seiner unmittelbaren Umgebung deutlich.

Entlang des Bognauerbachs sind durch die Revitalisierung unterschiedliche Lebensräume entstanden. Damit die ansässigen Arten allerdings von dieser Vielfalt profitieren können, müssen sie sich zwischen diesen Lebensräumen bewegen können. Und dies flussaufwärts, flussabwärts sowie quer darüber. Um diese Quer- und Längsvernetzungen zu sichern, setzte freiraumarchitektur verschiedene Massnahmen um.

Vielfalt am Gewässergrund

Angefangen bei der Gestaltung des Gewässers. Eine abwechslungsreiche Beschaffenheit des Gewässergrunds ermöglicht Lebensräume für Kleinstlebewesen. Sie finden in den Hohlräumen, die so entstehen, einen optimalen Rückzugsort. Eine Niederwasserrinne gewährleistet zudem selbst bei niedrigem Wasserstand eine konstante Vernetzung auf allen Achsen für die aquatische Fauna.

Beschauliche Reiseroute über Land

Eine aktive Begrünung des Bachufers förderte nicht nur die Biodiversität. Die Pflanzen, die zur Ergänzung gepflanzt wurden, entsprechen den bestehenden, bereits ansässigen Gehölzen. Diese Bepflanzung stärkt das Landschaftsbild und formt einen weichen und fliessenden Übergang zur umliegenden Kulturlandschaft.

Zahlreiche Kleinstrukturen entlang des Bachs stellen die Längsvernetzung an Land sicher. Stein- und Asthaufen bilden so Trittsteinbiotope, die wertvolle Verbindungen zwischen den Lebensräumen schaffen. Amphibien, Reptilien oder Insekten finden so auf ihren Reisen regelmässig Ruheorte und Nahrungsquellen vor. Auf diese Weise wird ihnen die Wanderung erleichtert und gleichzeitig die Artenvielfalt gefördert.